Corona Virus im Amazonas-Gebiet:

Klimabündnis-Partnerorganisationen betroffen

Das Corona Virus hält die Welt in Atem und dringt bis in abgelegene Gebiete vor. Betroffen sind nun auch indigene Dörfer im Amazonas-Regenwald Brasiliens. Die über 1000 österreichischen Klimabündnis-Gemeinden verbindet seit 1993 eine Partnerschaft mit diesen Dörfern. Aufgrund der besorgniserregenden Lage wurde nun ein Spendenaufruf gestartet.

Die indigenen Dörfer am Rio Negro im brasilianischen Amazonas-Regenwald schotten sich von der Außenwelt ab. In der Stadt São Gabriel kollabiert das kleine Spital und es wird der „lockdown“ ausgerufen. In Manaus, der nahegelegenen Metropole, versuchen Menschen zu flüchten. Da der Flug- und Schiffsverkehr eingestellt ist, mieten die verzweifelten BewohnerInnen in Gruppen Boote und versuchen, die Kontrollposten entlang der Flüsse zu umgehen. Gleichzeitig verbreitet sich das Corona-Virus im Gebiet explosionsartig. Täglich sterben über hundert Menschen. Die Situation ist dramatisch. Und auch die Partnerorganisationen der Klimabündnis-Gemeinden sind betroffen: Über 60 bestätigte Corona-Fälle gibt es bereits. Das Klimabündnis stellt 3500 Euro zur Verfügung und bittet um Mithilfe.

„Unsere Freunde und Freundinnen am Rio Negro versuchen sich zu isolieren und sind vielerorts nur mehr über das Funknetz unserer Partnerorganisation FOIRN, dem Dachverband der indigenen Organisationen, in Kontakt mit der Außenwelt“, sagt Johann Kandler vom Klimabündnis Österreich und ruft zur finanziellen Unterstützung auf. Spenden gehen an die Frauen-Organisation der FOIRN, der in dieser humanitären Krise eine zentrale Rolle zukommt. Sie arbeitet eng mit dem lokalen Krisenkomitee zusammen und versucht zu verhindern, dass sich das Corona-Virus auf die 750 indigenen Gemeinschaften ausbreitet. Ein Schlüssel dabei ist die Grundversorgung besonders sensibler Gruppen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln, damit diese nicht gezwungen sind in stärker besiedelte Gebiete zu kommen.

Klimabündnis-Gemeinden und der Rio Negro
Die Partnerschaft zwischen den mittlerweile über 1000 Klimabündnis-Gemeinden in Österreich – 78 in Tirol – und der FOIRN besteht bereits seit 1993. Gemeinsam ist es gelungen, eines der größten zusammenhängenden Regenwaldschutzgebiete der Welt zu schaffen. 135.000 km² Regenwald wurden als indigenes Schutzgebiet anerkannt und so langfristig geschützt –1,6 Mal so groß wie Österreich. Weitere Infos zur Partnerschaft: www.klimabuendnis.at/rionegro

Spendenkonto “Amazonien”: IBAN: AT34 3412 9803 0006 3172, BIC: RZOOAT2L129

Foto: corona_hilfslieferung
BU: Hilfspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für 315 Familien der Yanomami in Maturacá.
Fotorecht: 2° Brigada infantaria selva SGC.

Rückfragen: Johann Kandler, Klimabündnis Österreich
0664/1217553 | johann.kandler@klimabuendnis.at